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Unsere Sternenkinder-Seite!
Wolfgangg
In unserem Mitgliederbereich haben wir eine Seite die wir „Sternenkinder“ genannt haben. Es ist eine kleine Gedenkseite für alle Betroffenen die uns über die Jahre verlassen mussten. In diesem Jahr 2014 waren es wieder besonders viele, die gegangen sind, losgelassen werden mussten und nun einen Platz auf dieser Seite gefunden haben.

Unsere Gedanken sind vor allem jetzt in der Weihnachtszeit bei diesen Sternenkindern und deren Familien, was natürlich auch für die Familien gilt, die in diesem Jahr loslassen mussten und wir es nicht erfahren haben.

Heute am 15.12. erhielten wir erneut eine Nachricht, dass wir wieder ein neues Sternenkind hinzufügen müssen. In unserer Trauer ist uns wieder die Geschichte vom Sternenhimmel und wie es dort zugeht eingefallen.

Das Geheimnis der Kerze – eine besinnliche Geschichte:
(von uns ein bisschen abgeändert!)

Es war ein wunderschöner Tag im Sternenkinderland. Überall blühten Blumen in den herrlichsten Farben. Schmetterlinge flogen umher. Und die Sonne zeigte sich von ihrer schönsten Seite und strahlte wie nie zuvor. Doch die kleinen Sternenkinder konnten sich heute an all diesen wundervollen Dingen nicht so recht erfreuen… Sie waren ganz aufgeregt!
„Habt ihr schon gehört?“ rief Annette in die Menge. „Unsere Erdeneltern haben ein Treffen“. Was hatte das denn nur zu bedeuten? „Was?“ fragte Sascha verschlafen – er brummelte ein bisschen, denn die anderen Sternenkinder hatten ihn wieder einmal geweckt. „Ein Treffen?“ hakte er nach. „Ja, wie soll das denn gehen?“ Sascha winkte ab und streckte sich wohlig. „Woher weißt du das denn überhaupt? Das glaub ich nicht. Deine Erdeneltern wohnen doch so weit von meinen Eltern entfernt“, erklärte er. „Das kann ja wohl nicht wahr sein! In Erdenkilometern ist das eine lange, lange Fahrt. Die Erdeneltern können doch nicht einfach so von Ort zu Ort laufen – wie wir hier im Sternenkinderland von Wolke zu Wolke hüpfen können. Auf der Erde ist das nicht so einfach wie hier, und es braucht auch sehr viel Erdenzeit. Und sie haben ja nicht viel Zeit, sie sind ja ständig mit irgendwas Wichtigem beschäftigt. Ne, ne Annette. Wahrscheinlich hast du das heute Nacht geträumt. Und jetzt lass mich noch ein wenig schlafen. Ich habe die ganze Nacht gesteppt und getanzt. Ich bin müde.“ Und schon lag Sascha wieder in seinem Himmelbettchen und versuchte seinen Traum einzufangen, der durch die aufgeregt umher wirbelnden Sternchen verflogen war. Annette aber ließ sich nicht so leicht abschütteln…

„He, he! Du Schlafmütze, die Nacht ist längst vorbei! Wach endlich auf! Ich muss dringend etwas mit dir besprechen! Sascha!!!“ Annette zog flink die Decke aus Saschas`s Bettchen und schüttelte sie, so dass ganz viele kleine Kristallfunkelsteinchen und Sternenstaubflöckchen auf die Erde hinab schwebten. „Ein Jammer“, seufzte die Kleine, „ein Jammer, dass die Erdenmenschen diese Schönheit nicht so sehen können wie wir hier oben.“ Sie wusste, dass sich die Flöckchen und Funkelsteinchen – die hier im Himmel so wunderschön glitzerten, leuchteten und tanzten – auf der Erde nur noch als große Regentropfen oder Schneeflocken ankamen. Das bedauerte Annette schon immer. Der Weg dahin war einfach so weit.
Sascha stellte sich schlafend, eigentlich hatte er ja noch gar keine Lust, mit irgendjemanden zu sprechen. Aber er dachte nach. Soso, seine Annette hatte also wieder etwas unglaublich Wichtiges mit ihm zu besprechen. Wahrscheinlich sagte sie jetzt gleich wieder zu ihm, dass dieses Gespräch von oberster Priorität und Geheimhaltung wäre. Die beiden kannten sich ja schon eine Zeitlang und solche Plapperstündchen hatten sie schon mehrere an der Zahl. Annette vertraute sich Sascha immer an. Denn irgendwann geschah es so, als wäre er ihr Sternenkinderland-Bruder. Sie meinte, da er und sie selbst sich ja zu den größeren Sternen hier im Sternenkinderland zählten, hätten sie auch eine gewisse Verantwortung zu tragen.
„Sascha! Bitte wach endlich auf!“, rüttelte Annette ihn ungeduldig. Sie hüpfte um das Himmelbettchen herum und blinzelte der großen Sonne entgegen, dass sie ihr doch helfen möge, dieses Murmeltier endlich zu wecken. Die Sonne – sie liebte die Sternenkinder von Herzen – verstand und lächelte sogleich liebevoll und schickte ihre schönsten Sonnenstrahlen zu Sascha, direkt auf sein kesses Näschen, damit es ihn ordentlich kitzelte. „Gut, meine liebe Annette. Du hast gewonnen.“ Sascha setzte sich auf und rückte sein Sternengewand zurecht, das ein wenig zerknittert war. „Nun sag mir schon, was ist denn so wichtig“, zwinkerte er. Annette lächelte erleichtert. Nun konnte sie endlich erzählen. „Ich schwöre dir, ich weiß es genau!“, erzählte die Kleine ganz aufgeregt. „Unsere Erdeneltern haben sich getroffen in einem großen Haus in Kassel. Ich war gestern auf dem Botenturm, um mal wieder auf die Erde hinab zu schauen und um zu sehen, was es Neues bei meiner Erdenfamilie gibt. Naja, und da erschrak ich erst, denn sie waren nicht zu Hause. Aber ich fand sie schnell – die Erdenwelt ist für uns hier zum Glück ganz klein und leicht zu übersehen und, und, und …“ Sascha unterbrach Annette und sagte zu ihr: „Meine liebe Annette, sag mir bitte genau, worum es sich dreht. So kann ich dir nicht ganz folgen in deinen Gedanken.“ Annette war furchtbar aufgeregt. Bei jeder ihrer Begegnungen fielen vor lauter Freude kleine Glitzerperlen aus ihrem Sternengewand. Die anderen Sternenkinder wurden durch das Glitzern, Leuchten und Funkeln langsam aufmerksam auf die beiden und schauten neugierig zu.

„Was machen die zwei denn da drüben?“, flüsterte Jan leise zu Hannes. Jan war schon recht lange im Sternenkinderland und er wusste eigentlich über alles Bescheid. Aber was hatten wohl Sascha und Annette sich so Wichtiges zu sagen, dass die Kleine, so sehr aufgeregt, wie sie schien, immer wieder Sternenstaub verschüttete. Jan schubste sanft seinen Freund Hannes an. „Hey, nun schau doch mal, Hannes! Da geht etwas vor sich…“, stellte Jan mit wichtiger Miene fest und zeigte mit einer Sternenstrahlspitze in die Richtung, wo Sascha und Annette so geheimnisvoll miteinander tuschelten. „Weißt du, was das drüben los ist?“ Fragend schaute Jan seinen Sternenfreund Hannes an. Hannes war noch nicht so lange im Sternenkinderparadies. Aber als er ankam, wurde ihm sogleich Jan zu einem engen Vertrauten, er mochte ihn. Hannes Lieblingsbeschäftigung war das Essen. Unglaublich, was der süße Sternenjunge alles futtern konnte in kürzester Zeit. Er war eine richtige Naschkatze geworden – alles mochte er: Sternenkinderlutscher, Regenbogenbonbons, Himmelschokonüsse. Einfach alles. Schon richtige Pausbäckchen hatte Hannes bekommen seit seiner Ankunft hier. Einst fragte ihn sein Sternenfreund, warum er denn so viel essen würde. Lächelnd erwiderte Hannes, dass er das auf der Erde nie so wirklich konnte, denn er hatte die Erdenkrankheit Niemann-Pick, die ihn oft müde machte. Ja, und nun genießt er sie eben, diese ganze köstlichen Leckereien. Jan verstand das nur all zu gut. Ihm ging es am Anfang nicht viel anders. Und der Sternenjunge freute sich so sehr, wenn er Hannes von seinen Ausflügen durch die Sternenkindergalaxie immer eine neue Leckerei mitbringen konnte. Hannes dankte es ihm stets. „Hannes, nun hör doch mal auf zu futtern und schau doch mal. Komm lass uns flink zu Sascha und Annette schweben“, sprach Jan – neugierig geworden – zu seinem Freund. Gesagt, getan. Hannes steckte sich rasch ein paar zuckersüße Sonnenmandeln in sein Sternengewand und dann huschten die Zwei mit dem Wind. Bei Sascha und Annette angekommen, hörten sie die Kleine nur noch sagen: „… dies ist von oberster Priorität, lieber Freund Sascha. Wir zählen zu den großen Sternen und es ist unsere Pflicht, auf die Kleinen acht zu geben.“ Da konnte nun Jan nicht mehr inne halten vor Neugierde und es platzte aus ihm heraus: „Was gibt es denn so Wichtiges, ihr beiden?“
Sascha und Annette erschraken zunächst, denn sie waren so in ihr Gespräch vertieft, dass sie die anderen Sternenkinder gar nicht bemerkt hatten. Dann lächelte Sascha, ach, man kann sich doch wirklich auf die ganze Rasselbande verlassen. Das Sternenkinderland ist ja so riesig groß und bunt und es gibt so viel zu sehen und zu entdecken. Aber wenn die Sternenkinder einander brauchten, dann waren alle sofort beisammen. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben. „Gut, dass ihr schon da seid. Es gibt Wichtiges von unseren Erdeneltern zu berichten. Trommelt alle Sternenkinder sofort zusammen, wir haben etwas zu besprechen“, betonte Sascha. „Wirklich alle Sternenkinder?“, hakte Hannes sofort nach. „Auch Fabian, Sophia, Nora, Nela, Pia, Dustin, Martin, Sheila, Carsten, Marc, Dorothee, Salome, Patrick, Maximilian, Sonja, Steffen, Anna, Tim, Dirk, Eylül, Karlheinz, Stefanie, Jason, Nicole, Daniel, Marie, Reene, Marleen und Nele? Sie alle sind doch wieder auf der Regenbogenrutsche und tollen dort herum. Und bis dahin ist es ganz schön weit zu schweben…“

„Wir brauchen alle Sternchen hier. Es ist wirklich wichtig“, erwiderte Sascha noch einmal. „Genau, oberste Priorität!“, setzte Annette aufgeregt hinzu. „Sascha schwebt nach Norden, ich nach Süden, Hannes nach Westen und Jan nach Osten. Gebt allen Sternenkindern Bescheid. Wir treffen uns auf dem Botenturm – in genau einer Wölkchenstunde. Also genau dann, wenn die Sonne in Richtung Zauberwald strahlt. Alles klar?“ Die Sternenfreunde nickten aufgeregt und – husch – schwebten sie davon. Das musste ja wirklich sehr wichtig sein. Denn auf dem Botenturm trafen sich die Sternenkinder nur, wenn es um die Erdenfamilien ging…

Der Botenturm war ein sehr wichtiger Platz, es war den Sternenkindern möglich, von dort ihren lieben Erdenfamilien ganz nahe zu sein und ihnen zuzuschauen. Jan hatte einmal allen kleineren Sternchen erklärt, dass der Botenturm im Sternenkinderland zu vergleichen ist mit den Herzen der Erdeneltern. Es ist ein Ort, wo man jedem, den man ganz toll lieb hat, ganz nah sein kann. Egal, wie weit der andere auch entfernt sein mag – das spielte dann gar keine Rolle. Oh, nun könnt Ihr Euch ja vorstellen, was für eine Aufregung im Sternenkinderland herrschte… Es dauerte gar nicht lang und der Botenturm erstrahlte in seiner schönsten Pracht. Überall schwebten und tollten die Sternenkinder herum. Und durch ihre Bewegungen leuchtete es in den schönsten prächtigsten Farben und es glitzerte und funkelte so sehr. Ja, und die Sonne, die ihre Sternenkinder so liebte, küsste jedes einzelne Sternchen liebevoll aufs Näschen. Es war ein Bild wie im schönsten Traum. Uwe schaute erstaunt. Er war einer der ersten Sternchen, die am Botenturm angekommen waren. Er konnte besonders schnell schweben und war obendrein geschickt und wendig. Immer wieder und wieder kamen neue Sternenkinder hinzu. Alles war in heller Aufregung. Überall flüsterten, staunten, rätselten und tuschelten die Sternchen miteinander… Was war da nur los im Sternenparadies?

Sascha räusperte sich. Er hielt seine Annette an einem Sternenstrahl fest und schwebte mit ihr ganz nach oben auf den Botenturm. So konnten ihn alle Sternenkinder leicht erblicken. Plötzlich wurde es mucksmäuschenstill – eine riesengroße Anspannung, wohin man auch schaute. „Ihr lieben Sternchen!“, begann Sascha, „es ist schön, dass ihr endlich alle angekommen seid. Wir möchten euch heute etwas ganz Besonderes zeigen. Lasst uns alle gemeinsam einen Blick auf die Erde werfen zu unseren lieben Erdeneltern, denn viele von ihnen treffen sich heute, um über uns zu sprechen. Heute bekommt also jeder von uns einen neuen, besonders schönen Sternenstrahl geschenkt…“ Wieder gab es überall unruhiges Gemurmel – überall blitzten kleine Sternchen auf vor lauter Aufregung. „Lasst es uns erklären. Immer wenn Erdeneltern lieb an ihr Sternenkind denken oder von ihm sprechen, dann bekommt dieses Sternenkind einen neuen, besonders schönen Sternenstrahl…“. „So ein Quatsch!“, riefen Pia und Tim, zwei klitzekleine Sternchen hinein in die Menge. „So ein Quatsch! Unsere Erdenmama hat nur ganz selten von uns gesprochen und wir haben trotzdem schon viele wunderschöne Strahlen!“ Sascha musste schmunzeln. „Ja“, lächelte Sascha aufmunternd, „das liegt dann daran, dass sie einen festen Platz für euch hat und lieb an euch denkt. Man muss nicht immer allem Worte geben – und der Weg des Herzens ist auf der Erde etwas Wunderbares, Besonderes. So schön, dass es der einzige Weg zu sein scheint, über den man uns Sternenkinder hier erreichen kann. Aber all das werdet ihr zwei mit der Zeit schon lernen.“

„Aber, aber, aber…“ das kleine Pünktchen Hanna hüpfte hin und her und konnte sich gar nicht beruhigen. „Aber wie ist das denn dann mit mir?“, fragte sie traurig. „Ich bin doch nun auch schon eine ganze Weile im Sternchenparadies und ich bin immer noch so klitzeklein. Haben mich denn meine Erdeneltern nicht mehr lieb? Denken sie nicht an mich?“
„Ach kleines Pünktchen Hanna…“, erwiderte sanft Annette, „das haben wir doch schon einmal besprochen. Natürlich haben dich deine Eltern sehr lieb und sie denken auch an dich. Aber dein Sternengewand ziehst du doch an, wenn du hier Einzug hältst im Paradies. Und du behältst es an für alle Zeiten. Daran kann man dich erkennen, das ist einmalig. Kein Stern gleicht dem anderen. Schau doch nur. Es ist nur so, dass du als klitzekleines Erdenmenschlein damals geboren wurdest. Und so bist du dann auch hierhergekommen und klitzeklein geblieben. Sehr viel ändern wird sich deine Sternengröße nicht. Aber das macht überhaupt nichts aus, das ist nicht schlimm. Die wirkliche Größe deines Sternenumfanges sagt nicht viel aus, sie ist gar nicht so wichtig. Die Liebe kannst du allein nur erkennen an der Zahl deiner Strahlen und an dem Glitzern und funkeln an dessen Enden und nicht an deiner eigentlichen, sichtbaren Größe. Verstehst du? Und schau nur! Du hast viele Strahlen und funkelst wunderschön. Und für deine Erdeneltern bist du sowieso der schönste, größte und wunderhübscheste Stern, den es für sie allein gibt. Denn sie sehen dich mit den Augen der Liebe – da spielt sichtbare Größe so gar keine Rolle. Kannst du das verstehen?“
„Ja“, ermunterte Nele die Kleine, „das stimmt wirklich. Schau uns doch nur an. Wir sind doch alle wunderschön.“ Jetzt musste selbst Sophia lächeln. Auch sie hatte ja damals diese Sorge in sich getragen. Oh, wie waren alle Sternenkinder glücklich und zufrieden. Überall funkelte es und glitzerte es – ach, das war ein Festtag im Sternchenparadies. Sascha und Annette umarmten sich glücklich mit ihren neuen, wunderschönen Sternenstrahlen und schauten vergnügt den anderen Sternchen zu.

Plötzlich flüsterte Sascha ganz leise zu seiner Sternenfreundin: „Schau doch nur Annette, sieh doch nur. Da! Da hinten!“ Annette konnte ihm gar nicht folgen, so aufgeregt schien Sascha plötzlich zu sein. „Was ist denn nur los, lieber Freund? Was bedrückt dich plötzlich? Alle hier freuen sich doch…“. „Nein, nicht alle freuen sich, Annette. Schau nur, ich kann es gar nicht glauben. Da hinten am See der Träume… da siehst du… da sitzt ein Sternchen ganz einsam. Ganz in sich zusammen gekauert und so ganz ohne Glanz und Glitzer und es hat nur so wenig Strahlen. So wenig, dass ich sie von hier aus zählen kann… eins, zwei, drei… Auf der Erde würde man sagen, es sei grau. Welch ein trauriger Anblick…“ Annette konnte es kaum glauben. Gibt es tatsächlich ein Sternenkind, das von seinen Erdeneltern nicht mehr geliebt und vermisst wird? Bemüht, das arme Sternchen zu erblicken, hielt sie eifrig Ausschau. Da entdeckte auch sie nun den kleinen, traurigen Stern. Sofort schmiegte sie sich enger an ihren Freund Sascha. Oh, wie war ihr das unheimlich. Fernab ihrer Vorstellungskraft – und doch sah sie den Kleinen ganz genau. Er war einfach vergessen worden. Wie ungerecht, wie traurig, wie…

„Sag, Sascha! Sag doch, was können wir tun? Kein Sternchen soll im Sternenkinder-Paradies traurig sein müssen, nur weil ihn die Erdeneltern aus ihrem Herzen verbannt haben. Unser Sternenkinderland ist doch ein Ort des Lachens, des Spielens, des Fröhlichseins. Und wir sind füreinander da. Was können wir tun?“ „Nun“, überlegte Sascha, „nun, da gibt es nur eines, was wir tun können. Wir müssen Erdenmenschenherzen finden, die bereit sind, an dieses kleine verlorene Sternchen zu denken.“ Sascha versuchte seine Sternenfreundin zu beruhigen. „Annette, pass nur auf! Das kriegen wir schon gemeinsam hin.“ Sascha nahm all seinen Mut zusammen und sprach zu den Sternenkindern: „Hört gut zu, ihr lieben Sternchen! Wir müssen jetzt gemeinsam hinab auf die Erde schauen zu unseren Erdeneltern und ihnen Wind, Sonne, Regen und Schneeflocken schicken. Das sind unsere Zeichen! Dann wissen sie dort unten, dass auch wir an sie denken und sie vermissen. Wenn wir es schaffen, unseren Erdeneltern zu zeigen, dass jeder von uns sich ein brennendes Kerzlein wünscht, dann wäre das ein großes Geschenk. Denn mit dem Erleuchten einer Kerze erhellt sich der Glanz unseres Sternengewandes. Dann glitzern wir und funkeln noch viel, viel mehr als sonst, denn wir werden gesegnet mit unendlicher Liebe. Also gebt euer Bestes und bemüht euch bitte sehr. Es ist wichtig.“
„Was hatte das nun wieder zu bedeuten?“, fragte sich Uwe und schaute in die Runde. Die Sternchen bemühten sich nach besten Kräften, es war mucksmäuschenstill. Alle waren so sehr gespannt. Und so geschah auf der Erdenwelt etwas Wundersames… Auf einmal wehte ein kräftiger Wind, genau dort, wo sich die Sterneneltern trafen. Dann war es wieder ruhig. Es fielen sogar ein paar Regentropfen und die schienen fast zu Schneeflocken werden zu wollen, so kalt wurde es mit einem Mal. Dann schien auch wieder die Sonne… und so ging es immer fort. Gespannt blickten die Sternchen zu ihren Erdeneltern. Die Wölkchenstunden vergingen und auf der Erde war mittlerweile ein neuer Tag angebrochen. Würden die Erdeneltern ihren Wunsch wohl verstehen? Hannes wurde unruhig, hatte er doch seinen ganzen Proviant an Sonnenmandeln verputzt. Und auch Sascha hüpfte ungeduldig hin und her. Viel lieber würde er wieder steppen und tanzen. Doch er wusste, wie wichtig es war. Das arme, kleine vergessene Sternchen saß ja immer noch traurig und glanzlos am See der Träume.

„Da!“, rief plötzlich Jan ganz aufgeregt. „Da, seht doch nur! Unsere Erdeneltern denken an uns, und schenken uns Kerzenlicht, damit wir uns an ihrem Glanze so richtig erfreuen können. Oh, wie schön!“ Jetzt plauderten alle Sternenkinder ganz aufgeregt durcheinander. Jeder suchte nach dem besten Platz, um auf die Erde hinab zu sehen. Denn jedes Sternchen wollte sein Kerzlein sehen und sich in seinem besonderen Glanze spiegeln. Oh, was war das für eine große Freude! Annette umarmte mit all ihren Strahlen ihren lieben Freund Sascha. „Danke, mein lieber guter Freund. Es ist wunderschön. Alle glitzern und funkeln. Ich habe es noch nie so gesehen, ich muss wohl träumen.“ „Nein“, sagte Sascha leise, „du träumst ganz bestimmt nicht, liebe Annette. Denn Kerzenlicht ist neben der Sonne das einzige Licht, das uns hier oben erreichen kann. Und weil die Erdeneltern dort unten heute gemeinsam so viele liebe Gedanken an uns schicken, spüren wir nicht nur die Kraft der Liebe, sondern auch die der Freundschaft. Und das macht den Glanz hier und das Leuchten erst so wunderschön.“
„Ach Sascha, aber unserem einsamen Freund dort drüben am See kann es wohl nicht viel nützen. Er ist ja immer noch ganz traurig und glanzlos“, flüsterte Annette. „Ja“, seufzte Sascha, „ich sehe es auch. Ich denke mal, die Erdeneltern dieses Sternchens sind nicht mit auf dem Treffen. Es gibt wohl niemanden, der eine Kerze für ihn angezündet hat. Und es gibt wohl niemanden, der liebevoll an ihn denkt und ihm damit Glanz und Strahlen schenken kann.“ Annette und Sascha wurden ganz still… Aber auf einmal… „Doch! Doch, ich weiß wie das geht!“, hüpfte Annette aufgeregt hin und her. „Lieber Sascha, wir müssen noch einmal alle ganz nahe aneinander rücken und Sonne, Wind und Regen auf die Reise schicken. Wenn schon nicht die Erdeneltern des armen, kleinen Sternchens für uns erreichbar sind, dann müssen wir eben unsere eigenen Erdeneltern darum bitten, dass sie ab sofort immer eine Kerze für alle Sternenkinder hier entzünden. Dann bekommt auch der kleine da drüben endlich Strahlen und Glanz und Funkeln, dann wird auch er geliebt.“ Sascha überlegte. Es schien einleuchtend zu sein, was Annette ihm da sagte. Also nahm er noch einmal seinen ganzen Mut zusammen und erklärte es allen Sternenkindern…

Und wieder geschah etwas Wundersames. Die Erdeneltern hatten verstanden und zündeten mit all ihrer Liebe ein Kerzlein für alle Sternenkinder an! Ach, dieses Funkeln , diesen Glanz im Sternenkinderland. Es war unbeschreiblich. Nie gab es so etwas Wunderschönes zu sehen. Der arme kleine vergessene Stern bekam ganz neue Kraft und das Licht der Kerze, das schien so hell! Jedes einzelne Sternchen konnte sich verzückt im Licht spiegeln und bestaunen. Was war das für ein Fest, was für eine Freude. „Siehst du“, flüsterte Annette liebevoll zum kleinen Pünktchen Hanna, „da sieht man es mal wieder ganz deutlich. Schau dir nur diese kleine Kerze dort unten auf der Erde an und was für Glück und Freude sie uns durch ihr Leuchten bringt…

Nicht auf die Größe kommt es an. Allein die Liebe und die Freundschaft zählt!“
 
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